Welcher Ladeanbieter ist für dich am günstigsten?
Warum Tarifvergleiche die Frage nicht beantworten und wie du sie aus deinen eigenen Ladungen ermittelst.
Das lässt sich nicht aus Tarifblättern beantworten, sondern nur aus deinen eigenen Ladungen. Maßgeblich ist der effektive Preis pro Kilowattstunde inklusive Blockiergebühren und anteiliger Grundgebühr — und der hängt davon ab, wie du lädst, nicht nur davon, was der Tarif kostet. Rechne den Ø-Preis pro kWh je Anbieter über mindestens drei Monate und vergleiche ihn mit deinem Ladeverhalten.
Tarifvergleiche stellen kWh-Preise nebeneinander. Das beantwortet die Frage nicht, weil der kWh-Preis nur einer von drei Faktoren ist — und meist nicht der entscheidende.
Die drei Faktoren
- 1 Der kWh-Preis, meist getrennt nach AC und DC. Der steht im Tarifblatt.
- 2 Die Blockiergebühr, ein Betrag pro Minute nach einer bestimmten Standzeit. Wer beim Einkaufen lädt, zahlt sie regelmäßig, wer nur zum Nachladen anhält, nie.
- 3 Die Grundgebühr. Sie macht die Kilowattstunde billiger und den Monat teurer, wenn du wenig lädst. Wo der Kipppunkt liegt, hängt allein an deiner Lademenge.
Zwei Fahrer mit demselben Tarif können deshalb sehr unterschiedliche effektive Preise haben. Der Vergleich muss auf deinen Ladungen basieren, nicht auf Listenpreisen.
So rechnest du es aus
Nimm dafür mindestens drei Monate. Ein einzelner Monat mit einer Urlaubsfahrt verzerrt das Bild, weil Langstrecke andere Ladeorte bedeutet als der Alltag.
Trage die Grundgebühr dem Anbieter zu, zu dem sie gehört, und teile sie durch die bei diesem Anbieter geladene Energie. Eine Karte mit 5,99 € Grundgebühr, über die du 40 kWh im Monat lädst, verteuert jede Kilowattstunde um 15 Cent.
Was du dabei meistens findest
- Einen einzelnen Ladepark, der deutlich teurer ist als der Rest — oft eine Autobahnraststätte, an der man aus Gewohnheit hält.
- Eine Ladekarte mit Grundgebühr, die sich bei deiner tatsächlichen Lademenge nicht rechnet.
- Dass der Unterschied zwischen den günstigsten und teuersten öffentlichen Ladungen größer ist als der zwischen zwei Tarifen desselben Anbieters.
Der größere Hebel
Bevor du Tarife optimierst, schau auf den Heimladeanteil. Zehn Prozentpunkte mehr Heimladung senken die Kosten pro 100 km in der Regel stärker als jeder Anbieterwechsel. Der Tarifvergleich lohnt sich erst danach.
Kilonaut rechnet den Ø-Preis pro kWh je Anbieter automatisch mit, inklusive Blockiergebühren, und stellt die Aufteilung Zuhause gegen Öffentlich daneben. Nach zwei, drei Monaten steht die Antwort in der Anbieter-Auswertung.
Effekt des Heimladeanteils ausrechnenHäufige Fragen
Welcher Ladeanbieter ist am günstigsten?
Das hängt von deinem Ladeverhalten ab, nicht nur vom Tarif. Maßgeblich ist der effektive Preis pro Kilowattstunde inklusive Blockiergebühren und anteiliger Grundgebühr. Wer viel lädt, fährt mit einer Grundgebühr besser; wer selten lädt, zahlt damit drauf. Rechne es über mindestens drei Monate aus deinen eigenen Ladungen aus.
Lohnt sich eine Ladekarte mit Grundgebühr?
Erst ab einer bestimmten Lademenge. Teile die monatliche Grundgebühr durch die bei diesem Anbieter geladenen Kilowattstunden und addiere das Ergebnis auf den kWh-Preis. Bei 5,99 € und 40 kWh im Monat sind das 15 Cent Aufschlag pro Kilowattstunde.
Was ist eine Blockiergebühr?
Ein Betrag pro Minute, den viele Anbieter berechnen, wenn das Auto nach Ende des Ladevorgangs oder nach einer bestimmten Standzeit angesteckt bleibt. Sie steht auf dem Beleg, aber nicht im kWh-Preis — und wird beim Vergleichen regelmäßig übersehen.