Ladekosten pro 100 km berechnen
So berechnest du die Ladekosten deines E-Autos pro 100 km — mit Formel, Rechenbeispielen für Heim- und öffentliches Laden und den Fehlern, die die Rechnung verzerren.
Teile die Summe aller Ladekosten eines Zeitraums durch die in diesem Zeitraum gefahrenen Kilometer und multipliziere mit 100. 168,14 € auf 1.432 km ergeben 11,74 € pro 100 km. Wichtig ist, dass beide Zahlen denselben Zeitraum abdecken und dass Blockier- und Grundgebühren in der Kostensumme stecken.
Die Frage „was kostet mich mein E-Auto eigentlich?" lässt sich nicht am Ladepunkt beantworten. Der Preis pro kWh sagt wenig, solange du nicht weißt, wie viele Kilometer diese kWh tragen. Die belastbare Kennzahl sind die Kosten pro 100 Kilometer — sie ist direkt mit dem vergleichbar, was ein Verbrenner an der Tankstelle kostet.
Die Formel
Du brauchst genau zwei Zahlen: die Summe aller Ladekosten in einem Zeitraum und die in diesem Zeitraum gefahrenen Kilometer.
Wichtig ist, dass beide Zahlen denselben Zeitraum abdecken. Wer die Kosten eines Monats durch die Kilometer eines Quartals teilt, bekommt eine Zahl, die nach nichts aussieht.
Rechenbeispiel: überwiegend zu Hause geladen
Ein typischer Monat mit Wallbox und gelegentlichem Laden unterwegs. Die Werte sind Beispielwerte — deine Strompreise und dein Verbrauch weichen ab.
| Position | Energie | Preis | Kosten |
|---|---|---|---|
| Heimladung Wallbox | 280 kWh | 0,29 €/kWh | 81,20 € |
| Öffentlich AC | 45 kWh | 0,54 €/kWh | 24,30 € |
| Öffentlich DC (Schnelllader) | 87 kWh | 0,72 €/kWh | 62,64 € |
| Summe | 412 kWh | — | 168,14 € |
Bei 1.432 gefahrenen Kilometern in diesem Monat ergibt das: 168,14 € ÷ 1.432 km × 100 = 11,74 € pro 100 km. Der durchschnittliche Preis pro kWh liegt bei 168,14 € ÷ 412 kWh = 0,41 €/kWh — deutlich über dem Heimtarif, weil ein Drittel der Energie teuer unterwegs geladen wurde.
Warum der Ø-Preis pro kWh allein in die Irre führt
Der Durchschnittspreis ist eine Mischkalkulation aus billigem Heimstrom und teurem Schnellladen. Er ändert sich mit jeder Urlaubsfahrt, ohne dass sich an deinem Fahrverhalten etwas geändert hätte. Die Kosten pro 100 km sind stabiler, weil sie den Verbrauch mit einbeziehen — und die Aufteilung zwischen Zuhause und Öffentlich zeigt dir, wo der Hebel liegt.
Faustregel: Wer den Anteil der Heimladung um zehn Prozentpunkte erhöht, senkt die Kosten pro 100 km meist spürbarer als durch jeden Tarifwechsel beim öffentlichen Laden.
Die vier häufigsten Rechenfehler
- 1 Ladeverluste ignorieren. Zwischen Steckdose und Batterie gehen je nach Ladeleistung und Temperatur etwa 5 bis 15 Prozent verloren. Der Zähler in der Wallbox misst mehr, als im Auto ankommt — für die Kostenrechnung ist der Wallbox-Wert der richtige, denn den bezahlst du.
- 2 Blockiergebühren vergessen. Viele Anbieter berechnen nach einer Standzeit einen Betrag pro Minute. Der taucht auf dem Beleg auf, nicht im kWh-Preis, und wird beim Nachrechnen gern übersehen.
- 3 Grundgebühren nicht umlegen. Eine Ladekarte mit monatlicher Grundgebühr macht die kWh billiger und den Monat trotzdem teurer, wenn du wenig lädst. Die Grundgebühr gehört in die Kostensumme.
- 4 Den alten Strompreis weiterrechnen. Wenn dein Heimtarif im März gestiegen ist, dürfen Ladungen aus dem Februar nicht mit dem neuen Preis bewertet werden. Sonst verschiebt sich die ganze Historie.
Kilometer richtig erfassen
Die Kilometer kommen aus zwei Kilometerständen: einer am Anfang, einer am Ende des Zeitraums. Die Differenz ist die Fahrleistung. Das klingt banal, ist aber die Stelle, an der die meisten Auswertungen ungenau werden — weil der Kilometerstand nur alle paar Monate abgelesen wird und die Zuordnung zu den Ladungen dann grob wird.
Praktikabel ist ein Kilometerstand pro Monat, am besten immer am selben Tag. Wer öfter abliest, bekommt feinere Kurven; wer seltener abliest, bekommt einen Durchschnitt über einen längeren Zeitraum — auch das ist brauchbar, solange man weiß, was man da sieht.
Automatisch statt Tabelle
Diese Rechnung von Hand in einer Tabelle zu pflegen funktioniert — bis der erste Monat ausfällt und die Reihe Lücken hat. Kilonaut erfasst Ladungen und Kilometerstände an einer Stelle und rechnet Kosten pro 100 km, Verbrauch und den Ø-Preis pro kWh laufend mit. Heimladungen werden dabei mit dem Strompreis bewertet, der am Ladetag gültig war.
Kostenlos ausprobierenHäufige Fragen
Was sind normale Ladekosten pro 100 km?
Das hängt fast vollständig vom Ladeort ab. Wer überwiegend zu Hause lädt, landet bei einem Verbrauch von 18 kWh/100 km und einem Haushaltsstrompreis um 0,29 €/kWh bei rund 5 bis 6 Euro pro 100 km. Wer überwiegend an Schnellladern lädt, liegt beim Zwei- bis Dreifachen. Deshalb ist der eigene Wert aussagekräftiger als jeder Durchschnitt.
Zählt der Ladeverlust zu den Kosten?
Ja. Bezahlt wird, was durch den Zähler geht — nicht, was in der Batterie ankommt. Für die Kostenrechnung nimmst du immer den abgerechneten Wert vom Zähler oder vom Beleg.
Wie oft sollte ich den Kilometerstand ablesen?
Einmal im Monat reicht für stabile Kennzahlen. Wichtiger als die Häufigkeit ist die Regelmäßigkeit: gleiche Abstände liefern vergleichbare Monatswerte.